
Renaturierungs-Tagung
Am 27. April 2026 luden wir zu einem lebendigen und interessanten Austausch „Renaturierung – so kann es gehen“ von 11:00 bis 17:00h im Ankersaal in Wien ein. Bäuerinnen und Bauern, ökologische Experten und Expertinnen, Vertreter*innen aus Naturparken, Gemeinden und Unternehmen sprachen über Ideen , wie sie in ihrem Bereich die Wiederherstellung von Lebensräumen konkret anpacken und was es dafür braucht. Die Europäische Kommission, Vertreter*innen des Landwirtschafts- und Umweltministeriums, die Wissenschaft, Jugendorganisationen und weitere interessante Gäste waren zu einem begleitenden Statement eingeladen. Ein langes Netzwerk-Mittagessen sollte garantieren, dass der persönliche Austausch nicht zu kurz kommt.
Details: www.renaturierungsgesetz.at
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» Aktuelle Projekte
Gemeinsam Kiebitze schützen
Der Kiebitz – ein Bodenbrüter - ist Vogel des Jahres 2026. Die Wahl ist ein deutliches Zeichen für die dramatische Situation des Kiebitzes. In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Bestand in Österreich mehr als halbiert. Heute gibt es nur noch rund 3.800 bis 6.900 Brutpaare. Hauptursachen dafür sind der Verlust geeigneter Lebensräume, die intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen sowie die Entwässerung von Feuchtgebieten.
Im Projekt „Gemeinsam für den Kiebitz“ arbeiten Ornitholog*innen in 16 Regionen eng mit der Landwirtschaft zusammen, um die Gelege des Kiebitzes zu schützen. In unzähligen Gesprächen wird gemeinsam beraten, wie die Bewirtschaftung angepasst werden kann, um den Vögeln ein ungestörtes Brüten zu ermöglichen. Dabei steht Lebensraumschutz im Vordergrund. Wo das nicht möglich ist, werden Nester markiert und bei der Bewirtschaftung umfahren.
2025 konnten durch die Zusammenarbeit 339 Nester geschützt werden. 5-9% der Brutpaare konnten so ungestört ihren Nachwuchs ausbrüten.
Dieses Jahr kam es leider zu massiven Ausfällen bei den Bruten. Die Küken schlüpften zwar, verhungerten aber aufgrund der Trockenheit. Nur dort, wo sie Zugang zu Wasser hatten, konnten sie überleben. Ein Zeichen, wie wichtig der Erhalt von Sutten in der Landschaft ist.

© Manfred Hesch
Farming for Nature
BEISPIELPROJEKT IN OBERHOFEN/TIROL
In der Gemeinde Oberhofen im Inntal haben wir zusammen mit dem Land Tirol, auf Initiative engagierter Landwirt*innen und mit Unterstützung von Gemeindevertretern und der Landwirtschaftskammer das Projekt „Renaturierung – so könnte es gehen“ 2025 ins Rollen gebracht.
Gerade weil das Gebiet landwirtschaftlich intensiv genutzt wird und es noch Feldvögel wie die Feldlerche, Goldammer, Neuntöter, Schwarzkehlchen und Wiedehopf gibt, ist die Region als Vorbild geeignet.
Basierend auf fachlichen Grundlagen wurden in mehreren Workshops mit den Landwirt*innen mögliche Maßnahmenfelder erarbeitet, die in Form von Ideen-Sheets graphisch gestaltet und an die Bewirtschafter*innen verteilt wurden. Neben spätgemähten Feldern, Getreideanbau und Biotopen unter den Strommasten sind Böschungen und Randstreifen wertvolle Bereiche, die weniger dem landwirtschaftlichen Nutzungsdruck ausgesetzt sind. Die Rückmeldungen sind in einer regionalen Karte verortet und dienen als Ausgangslage für kommende Umsetzungsstrategien.
Auf Wunsch der Bewirtschafter*innen wurde ein Oberhofener-Naturkalender gestaltet, der übersichtliche Steckbriefe vorkommender Vogel- und Schmetterlingsarten mit den jeweiligen Raupen-Futterpflanzen abbildet. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die jeweiligen Arten gefördert werden können. Ein Ausklappposter zeigt kompakt Entwicklungsstadien von Schmetterlingen und Vogelverhalten im Jahresverlauf. Da die Arten typische Kulturlandfolger sind, kann der Kalender vielfältig genutzt werden.

© Daniela Wagner
FarmBioNet
Im EU-Projekt FarmBioNet besuchte das internationale Projektteam zwei traditionelle Olivenbetriebe in der Toskana. Die Betriebe setzen auf biologische Strategien, um Herausforderungen wie Schädlinge zu bewältigen. So wird die Olivenfruchtfliege mit natürlichen Lockstoffen bekämpft. Auch die vielfältige Nutzung der Flächen zwischen den Olivenbäumen stärkt die Widerstandsfähigkeit der Kulturen gegenüber Trockenheit.
Die arbeitsintensiven traditionellen Anbausysteme sind wirtschaftlich vor allem dank hochwertiger Produkte und Agrotourismus tragfähig. So bleibt nicht nur eine jahrhundertealte Kulturlandschaft erhalten, sondern auch wertvolles Wissen. Wie Bäuerin Federica Romano betont, ist Tradition zugleich Innovation:
Bewährte Methoden können einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ernährungssicherheit leisten.
Unter der Leitung von Suske Consulting werden in 13 Ländern nationale Netzwerke für Landwirtschaft und Biodiversität eingerichtet, welche Wissen und Informationen sammeln und verbreiten. Das Projekt zeigt, wie Biodiversitätsmaßnahmen wirtschaftliche Landwirtschaft und Naturschutz miteinander verbinden können – trotz unterschiedlicher klimatischer und gesellschaftlicher Bedingungen in den Partnerländern.

© Ivana Milaković