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Evaluierung der ÖPUL-Maßnahme "Silageverzicht" in Bezug auf Biodiversität

Worum geht es?

Grünlandbetriebe nutzen unterschiedliche Bewirtschaftungssysteme für die Futtergewinnung, z. B. Heubereitung, Silage-Bereitung, Ernte von Grünfutter, Weidehaltung und die Kombinationen dieser Wirtschaftsweisen. Im Rahmen des Projekts wurde anhand von 18 Testbetrieben untersucht, wie sich diese unterschiedlichen Bewirtschaftungsmethoden auf Grünland-Lebensräume und ihre Bewohner, z.B. Insekten, auswirken.

Was bringt es?

Eine Analyse unterschiedlicher Futtergewinnungssysteme im Grünland hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Biodiversität ermöglicht Entscheidungsträgern, zielgerichtete Fördermaßnahmen zu entwickeln bzw. vorhandene Fördermaßnahmen zu optimieren. 

Bilder aus dem Projekt

 

Was machen wir?

Bei 18 typischen Grünlandbetrieben aus Salzburg, Tirol und der Steiermark wurden die unterschiedlichen Bewirtschaftungssysteme im Gespräch mit den BetriebsleiterInnen genau erfasst und insbesondere hinsichtlich Nutzungshäufigkeit sowie Schnittzeitpunkt analysiert. Die Analyse der Nutzungsdaten zeigte, dass die Heumahdbetriebe größtenteils einen späteren ersten Schnittzeitpunkt und eine geringere Nutzungsintensität aufwiesen als die jeweiligen Vergleichsbetriebe. Sieben der neun untersuchten Heubetriebe mähten durchschnittlich weniger Flächen auf einmal als ihre Vergleichsbetriebe, wodurch mosaikartig genutzten Grünlandstrukturen entstehen. Die Voraussetzungen, um als Lebensraum für Insekten dienen zu können, waren bei den Heubetrieben also in höherem Ausmaß gegeben als bei den Vergleichsbetrieben.

Bei 10 der 18 Betriebe wurden die Individuendichten und Biomassen von Heuschrecken, Wanzen sowie Zikaden auf jeweils 5 Flächen pro Betrieb erfasst, um die Wirkung der Bewirtschaftung auf die Biodiversität zu bewerten. Die 5 Untersuchungsflächen wurden so ausgewählt, dass sie die Nutzungsstruktur der Betriebe gut abbildete. Zwei der Flächen pro Betrieb wurden so ausgewählt, dass ein direkter Vergleich zwischen Heubetrieb und Vergleichsbetrieb möglich war, das heißt die Flächen wiesen eine vergleichbare Nutzungsintensität auf und lagen in direkter räumlicher Nähe zueinander. Es zeigte sich, dass vier der fünf untersuchten Heubetriebe eine etwas höhere Anzahl an Insektenarten aufwiesen als die Vergleichsbetriebe. Bei den Individuenanzahlen wies nur einer der fünf Heubetriebe höhere Werte als der Vergleichsbetrieb auf, was insbesondere auf die Anzahl der Zikaden zurück zu führen war, deren Anzahl bei den Heubetrieben insgesamt deutlich niedriger waren als bei den Vergleichsbetrieben. Bei den 20 direkten Vergleichsflächen konnten nur geringe Unterschiede zwischen Heu- und jeweiligem Vergleichsbetrieb festgestellt werden. Bei den direkten Vergleichsflächen handelte es sich um typische Intensivwiesen, die viermal oder öfter pro Jahr gemäht wurden sowie viermal oder öfter pro Jahr gedüngt wurden. Diese Wiesen leisten, unabhängig von der Weiterbehandlung des Mähguts (Heu oder Silage), keinen wesentlichen Beitrag zum Biodiversitätserhalt, da erstens aufgrund der intensiven Nutzung (häufige Mahd, Düngung, oftmalige mechanische Beeinträchtigung, rascher Abtransport des Mähgutes) die Artenzahlen deutlich geringer sind als im weniger intensiv genutzten Grünland, da zweitens auf diesen Flächen faktisch keine höhergradigen Rote-Liste-Arten (=im Rückgang begriffene, gefährdete Arten) präsent sind und da drittens die Individuendichten der vorhandenen Arten nur etwa halb so groß ist wie im weniger intensiv genutzten Grünland (Aspekt Nahrungsressource). Die auf die Biodiversität zweifelsfrei negativen Auswirkungen der sehr hohen Nutzungsintensität überdecken somit die für die Biodiversität präsumptiv positiven Auswirkungen des Silageverzichts.

« Wir sind ein Heumilchbetrieb, weil Heu besser riecht und es leichter einzufüttern ist. Die Milchleistung ist zwar niedriger, aber dafür bekommen wir ÖPUL-Förderungen und auch der Milchpreis ist höher als bei den Nicht-Heubetrieben.»

Maria S., Milchbäurin aus der Steiermark

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